Die Schmala – Trinkwasser für Brilon

Modernste Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk Schmala

Die von den Stadtwerken Brilon betriebene Talsperre Schmala hat eine Größe von ca. 100.000 m³ und wurde 1989 in ihrer heutigen Form so errichtet. Mit ihrem Stauvolumen ist sie eine der kleinsten Talsperren Deutschlands. Die Schmala besteht aus einer 14 Meter hohen und etwa 100 Meter langen Staumauer, welche den Fluss Schmala hier zu einem 400 mal 80 Meter großen und 13 Meter tiefen Stausee aufstaut. Zufluss und Abfluss des Sees ist der Schmalabach. Die Talsperre dient der Trinkwasserversorgung von Brilon und ist neben den Tiefbrunnen Alme das wesentliche Standbein der Briloner Wasserversorgung. Schon seit 1905 wird das Schmalatal für die öffentliche Wasserversorgung genutzt. 

Im Laufe der Zeit wurde die Wasseraufbereitungsanlage mehrfach modernisiert und jeweils an die Anforderungen der Technik und der Gesetze angepasst. Die letzte Erneuerung wurde in den Jahren 2011-2014 durchgeführt um die 25 Jahre alte Aufbereitungstechnik an die Anforderungen der Gesetze, insbesondere die Trinkwasserverordnung, anzupassen. Das vorhandene Gebäude wurde genutzt und entsprechend den Anforderungen an die neue Planung angepasst. Wesentliche Arbeiten waren die Erneuerung von drei Förderpumpen, der Einbau einer
Ultrafiltrationsanlage zur Partikelentfernung und der Umbau der vorhandenen Filter zur Aufhärtung und Entsäuerung. Außerdem wurde eine UV– Desinfektion eingebaut, welche den Chloreinsatz minimiert. Durch alle Umbauten und Ergänzungen wurde die Aufbereitungskapazität von 100 m³/h auf 170 m³/h erhöht.

Die Aufbereitungsanlage des Wasserwerks Schmala ist somit auf dem neuesten Stand der Technik und sichert für die nächsten Jahre eine zuverlässige Trinkwasserversorgung für Brilon.

Von den durchschnittlich 1,8 Mio m³ gelieferten Trinkwassermengen werden rund 800.000 m³/Jahr aus der Schmala gewonnen. Durch die Höhenlage ist es möglich, rund 50 % der Wassermenge ohne Energiekosten für Förderpumpen bis nach Brilon zu fördern und dort zu verteilen.

 

Doch wie funktioniert eigentlich die Trinkwasseraufbereitung?

Das Rohwasser aus dem Schmalatal wird im Freigefälle oder mit Hilfe von Pumpen durch Vorfilter in den Wasseraufbereitungsprozess gepumpt.

In den Vorfiltern werden gröbere Partikel aus dem Wasser entfernt. Von hier aus durchläuft das Wasser die Ultrafiltrationsanlage, wo mittels von Membransträngen kleinste Partikel wie Keime und Bakterien aus dem Wasser gefiltert werden.

Nach diesem Prozess ist das Wasser hygienisch einwandfrei und schon trinkbar.

Um aber Leitungen vor Korrosion zu schützen, wird das Wasser noch entsäuert, das heißt, die freie Kohlensäure wird gebunden. Hierzu wird das Wasser durch einen mit natürlichem Kalkstein befüllten Filter gepumpt und das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht hergestellt.

Die Trinkwasserverordnung schreibt als letzte Sicherheitsstufe eine abschließende Desinfektion vor. Hierzu wird das Wasser mit UV-Strahlen bestrahlt. Durch diesen Prozess kann der Einsatz von Zusatzstoffen wie Chlor auf das niedrigste Niveau
reduziert werden.

Nach der Desinfektion wird das Wasser von der Schmala in Hochbehälter zur Speicherung gepumpt und von dort in die Haushalte in Brilon verteilt.

Ein Ausflug zum Schmalastausee kann hervorragend mit einer Besichtigung der Feuereiche, der Bruchhauser Steine oder einer Wanderung zum Langenberg verknüpft werden. Bitte beachten Sie immer bei einem Besuch des Schmalatals, dass es sich um ein Naturschutzgebiet mit Trinkwasser handelt. Denken Sie daran, Ihren Müll wieder mitzunehmen und unterlassen Sie das Schwimmen in der Talsperre. Auch Hunde sollten stets angeleint bleiben, um die gute Qualität des Wassers beizubehalten.