Benchmarking

Benchmarking ist ein Verfahren zur Effizienzsteigerung für die Wasserver- und Abwasserentsorger. Damit können sich die teilnehmenden Unternehmen zielgerichtet weiterentwickeln, Prozesse optimieren und somit ihr qualitatives Angebot an Trinkwasser nachhaltig sichern und preiswert halten.

Wie hoch ist der Trinkwasserverbrauch pro Person und Tag in Deutschland?

In Deutschland sind die Menschen für den umweltbewussten und sorgsamen Umgang mit Trinkwasser sensibilisiert. Im Durchschnitt nutzt ein Bundesbürger 121 Liter Trinkwasser pro Tag. Der Trinkwassergebrauch von Haushalten und Kleingewerbe ist regional allerdings sehr unterschiedlich. Er schwankt zwischen 84 Litern in Sachsen und 135 Litern in Nordrhein-Westfalen (siehe Abbildung). Der Verbrauch in den einzelnen Städten und Landkreisen kann zusätzlich stark variieren, so dass im Einzelfall weit mehr (Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, 175,8 Liter) oder weniger (Saale-Holzland-Kreis, Thüringen, 70,6 Liter)2 Trinkwasser pro Bürger und Tag genutzt wird.

Wie viel gibt ein Bundesbürger im Monat für die Trinkwasserbereitstellung aus?

Für sein Trinkwasser zahlt jeder Bürger im Durchschnitt 30 Cent täglich und 9,19 Euro monatlich. 1.000 Liter Trinkwasser reichen etwa für 22-mal Wäsche waschen, 200-mal Spaghetti kochen oder 2.500-mal Zähne putzen.

Wie verteilen sich die Kosten für die Trinkwasserversorgung?

Um alle Bürger mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen, ist eine aufwändige Infrastruktur notwendig. Die hohe Anlagenintensität für die Wassergewinnung und Verteilung führt zu einem Fixkostenanteil von circa 75 Prozent (siehe Abbildung). Diese Kosten fallen unabhängig von der abgegebenen Wassermenge an.

Das heißt: Lediglich circa 25 Prozent der Versorgungskosten hängen vom tatsächlichen Trinkwassergebrauch der Verbraucher ab. Hierunter zählen unter anderem die Energiebezugskosten und das Material zur Wasseraufbereitung. In der Wasserpreisgestaltung findet sich der hohe Fixkostenanteil allerdings bislang nicht wieder (siehe Abbildung).

Nur 23 Prozent der Erlöse werden über verbrauchsunabhängige Grundentgelte erhoben, während 77 Prozent der Erlöse auf Entgelte entfallen, die sich nach der tatsächlich entnommenen Wassermenge bemessen. Eine rückläufige Wassernachfrage der Kunden wirkt sich daher erheblich auf die Erlöse des Wasserversorgers aus – dessen Kosten sinken jedoch nur geringfügig.